Erasmus+ in Valladolid
Eine Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern sowie zwei Lernbegleitungen der IGS Süd nahm im April 2026 an einem Erasmus+ Austausch in Valladolid (Spanien) teil. Im Mittelpunkt des Projekts stand das Thema „kulturelle Identität“. Gemeinsam mit ihren spanischen Austauschpartnerinnen und Austauschpartnern setzten sich die Jugendlichen mit kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Deutschland und Spanien auseinander und sammelten vielfältige interkulturelle Erfahrungen.
Bereits die Anreise am Sonntag war aufregend: Nach dem Flug von Frankfurt nach Madrid ging es mit dem Bus weiter nach Valladolid, wo die Schülerinnen und Schüler herzlich von ihren Gastfamilien empfangen wurden. Viele waren zunächst nervös, wie das Zusammenleben in den Familien funktionieren würde, doch die meisten berichteten später von sehr offenen und freundlichen Begegnungen. Besonders auffällig war für viele der andere Tagesrhythmus in Spanien – vor allem die deutlich späteren Essenszeiten.
Am Montag lernten die Teilnehmenden die spanische Partnerschule kennen. Schnell fiel auf, dass der Unterricht dort anders organisiert ist als an der IGS Süd: Die Schülerinnen und Schüler gehen lockerer mit den Lehrkräften um, sprechen sie teilweise mit Vornamen an und beteiligen sich spontaner am Unterricht. Gemeinsam mit den spanischen Jugendlichen erkundete die Gruppe anschließend Valladolid. Bei einer Stadtführung lernten sie die historische Altstadt und den Plaza Mayor kennen und probierten traditionelle spanische Gerichte.
Am Dienstag unternahm die Gruppe einen Tagesausflug nach Salamanca. Dort besichtigten die Jugendlichen gemeinsam die berühmte Altstadt mit ihrer historischen Universität, die Kathedrale und die Plaza Mayor. Besonders beeindruckend fanden viele die alten Gebäude aus Sandstein und die lebendige Atmosphäre der Stadt. Während des Rundgangs beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler immer wieder mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Spanien und Deutschland. Außerdem blieb Zeit, Salamanca selbstständig in kleinen Gruppen zu erkunden.
Am Mittwoch stand das Thema Semana Santa im Mittelpunkt. In der Schulbibliothek hörte die Gruppe eine Präsentation über die traditionellen Osterprozessionen in Spanien und besuchte anschließend ein Skulpturenmuseum mit originalen Prozessionsfiguren. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich beeindruckt davon, welche große Bedeutung religiöse Traditionen in Spanien bis heute haben. Am Nachmittag verbrachten die Jugendlichen Zeit mit ihren Gastfamilien und trafen sich in ihrer Freizeit zum Bowling.
Auch am Donnerstag gab es gemeinsames Programm: Nach einem Schulbesuch erkundeten die Jugendlichen bei einer Rallye den Park Campo Grande. Am Abend fand schließlich die gemeinsame Abschiedsfeier in der Schule statt. Dort wurden Erasmus-Zertifikate verteilt, gemeinsam gegessen, getanzt und gefeiert. Viele beschrieben diesen Abend als emotionalen Höhepunkt der Woche.
Eigentlich sollte die Gruppe bereits am Freitag zurückfliegen, doch aufgrund eines Lufthansa-Streiks wurde der Flug kurzfristig verschoben. So verbrachten die Schülerinnen und Schüler ungeplant noch einen zusätzlichen Tag in Madrid. Dort besichtigten sie unter anderem die Plaza de España, den Königspalast und einen ägyptischen Tempel. Trotz der spontanen Planänderung wurde auch dieser Tag für viele zu einem besonderen Erlebnis.
Während des Austauschs machten die Jugendlichen viele neue Erfahrungen. Für viele war die Kommunikation auf Spanisch eine Herausforderung, besonders weil viele spanische Familien kaum Englisch sprachen. Gleichzeitig waren viele stolz darauf, sich trotzdem verständigen zu können und mit der Zeit immer sicherer zu werden. Auch die Unterschiede im Schulalltag, im Familienleben und im Umgang miteinander wurden intensiv wahrgenommen.
Besonders in Erinnerung bleiben werden vielen die gemeinsamen Abende, das Tanzen in der Schule, die Zeit mit den Gastfamilien und das Gefühl, gemeinsam als Gruppe ein Abenteuer erlebt zu haben. Der Austausch bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen, selbstständiger zu werden und eine andere Kultur intensiv kennenzulernen.




